Bestäuber
Für das Fortbestehen unserer Florawelt braucht es vielerorts eine Bestäubung. Viele Tiere sorgen, wissentlich / unwissentlich, dafür, dass es auch im nächsten Frühling wieder Blumen und Pflanzen gibt. Während meiner vielen Touren im Jura bin ich solchen "Rettern der Natur" begegnet und habe sie nach Möglichkeit fotografiert (was oft viel Geduld und ein leises Heranschleichen erfordert).
Abenteuer "Schwalbenschwänzchen"
Es war am 1. August 2023 als ich auf meinem Balkon eine spezielle Raupe entdeckte. Da ich keinerlei Ahnung hatte um was für eine Sorte Raupe es sich handelte, riskierte ich es auch nicht das Tierchen zu berühren (gewisse Raupen können Allergien auslösen). Ich machte einige Aufnahmen und fand mittels Google-Lens heraus, dass es sich um die harmlose Raupe des Schwalbenschänzchens handelte.
Drei Tage später fand ich weitere zwei Raupen des Schwalbenschwänzchens auf meinem Balkon. Die beiden Aufnahmen links entstanden am 1. August, die dritte und vierte Aufnahme wurden von einer zweite Raupe am 4. August gemacht. Leider muss ich mitteilen, dass es diese beiden Raupen nicht überlebt haben. Eine Raupe war parasitär befallen (von einer Wespensorte?), die andere war einige Tage später leblos.
Die dritte Raupe befand sich oben an einem Ast in einem grossen Blumentopf. Am 6. August wurde ich Zeuge davon, wie sie die Haut zum letzten Mal wechselte. Als ich sie am 9. August über meinen Balkon laufen sah, da entschied ich mich dazu sie einzufangen: Ich hätte sie im Dunkeln leicht zertrampeln können.
Raupi und ich
Wir hatten eine tolle Zeit zusammen. Ein Name musste her und welcher Name wäre besser geeignet als "Raupi". Die Aufnahme rechts datiert vom 14. August 2023. Ich suchte Futter für sie im Jura (wilde Möhre, gut kontrolliert auf u.a. Spinnen), reinigte ihr Gehäuse zwei Mal am Tag, während dessen sie sich auf der Küchenplatte vollfrass (Video-Aufnahmen gemacht). Sie sass auf meiner Hand, "tanzte" auf Musik von Sarah Brightman.
Am 20. August wurde sie dann ganz unruhig. Ich suchte Äste für sie und abends hing sie dann kopfüber daran (Aufnahme links vom 21. August). Als ich am 22. August aufstand fand ich die grosse Überraschung: Sie hatte sich verpuppt (die beiden mittleren Aufnahmen). Kurz darauf entfernte ich alles Grünfutter aus ihrem Gehäuse, das grosse Warten hatte begonnen (rechts: 29. August).
Geburt und Abschied
Als ich die Puppe am 2. September morgens betrachtete, da wusste ich was passieren würde: Raupi würde schlüpfen. Um die Mittagszeit war es dann soweit. Fotosession für eine Schönheit, erste Flugstunde, das neu-geborene Schwalbenschwänzchen sass auf meiner Hand, auf meiner Nase. Ich stellte es draussen auf eine Pflanze ab. Nur drei Stunden nach seiner Geburt kam es nochmals zu mir, dann flog es davon. Flieg wohl, Raupi, ich werde Dich vermissen.
Jetzt, wo ich diese Bilder hier einhänge (5. Oktober), wird Raupi wohl nicht mehr am Leben sein. Schwalbenschwänzchen leben in der Natur nur drei bis vier Wochen.
Der Kleine Weinschwärmer
Es war eine reine Zufallsentdeckung als ich den Kleinen Weinschwärmer am 21. April 2022 im aargauer Jura entdeckte. Er fiel mir aufgrund seiner roten Farbe direkt ins Auge.
Der Schachbrettfalter
Dieser Schmetterling ist nur wenig scheu und kann oft leicht aus nächster Nähe fotografiert werden. Ich habe es sogar erlebt, dass er bei mir auf den Wanderstock gelandet ist und ihn sogar auf die Hand nehmen konnte.
Der Kaisermantel
Ein bunter Schmetterling, absolut nicht scheu. Wie oft habe ich den Kaisermantel auf der Hand gehalten, konnte sogar auf Schmusekurs mit ihm gehen.
Das Braun(scheck)auge
Auch diesem Schmetterling bin ich mehr als nur einmal im Jura begegnet.
Der Kleine Eisvogel
Jawohl, der Kleine Eisvogel ist ein Schmetterling und kein Vogel.
Der Bläuling
Offenbar gibt es viele verschiedene Type Bläulinge (Hauhechel-Bläuling, Geissklee-Bläuling, Himmelblauer Bläuling, Silbergrüner Bläuling, Eros Bläuling, Gemeiner Bläuling). Ich bin kein Schmetterling-Profi, ich finde sie einfach faszinierend schön, so klein sie auch sind.
Das Taubenschwänzchen
Der Kolibri-Schmetterling, 80 Flügelschläge pro Sekunde, so viel wie kein anderer Schmetterling. Sie schweben vor den Blüten und holen sich den Nektar mit ihren langen Zungen.
Sie sind nicht einfach zu fotografieren, da sie sich ständig im Flug befinden.
Das Tagpfauenauge
Ein Glücksfall! Und nur wenige Tage später fand ich auch noch die dazugehörenden Raupen.
Der Kleine Fuchs
Wenn sie einmal damit beschäftigt sind zu fressen, lassen sie sich relativ einfach fotografieren.
Das Widderchen
Auch hier finde ich wieder viele Varianten: Hufeisenklee-Widderchen, Sechsfleck-Widderchen, Hornklee-Widderchen, Kleines Fünffleck-Widderchen, das Rote Widderchen, Sumpfhornklee-Widderchen, Eleganz-Widderchen, Veränderliches-Rotwidderchen, Blutstropfen-Schmetterling. Sucht Euch halt etwas Passendes aus, denn ich weiss es nicht.
Oben: Schwalbenschwanz
Mitte: Brauner Waldvogel (2x), Grosser Kohlweissling (2x)
Unten: Feuerfalter, Scheckenfalter
Lustig: Das Rote- und das Weisse Waldvöglein sind Orchideen, der Braune Waldvogel ist ein Schmetterling.
Gehört der Feuerfalter zu Gattung der Bläulinge?
Es gibt diverse Sorten Scheckenfalter (Leimkraut- , Wachtelweizen-, Torfwiesen-, Baldrian-, Flockenblumen-, Westlicher- usw....)
Goldene Acht / Hufeisenklee-Gelbling
Ein wahnsinnig schönes Gefühl wenn sie mir auf dem Finger sitzen
2022: Ein Jahr der Schmetterlinge
In diesem Jahr habe ich wahnsinnig viel neue Schmetterlinge kennengelernt, welche ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Natürlich gab es diese Schmetterlinge auch in den vorgehenden Jahren, nur habe ich nie wirklich auf die ganze Diversität geachtet. Auch hier gilt: Öffne Deine Augen für die Schönheit der Natur und Du wirst reichlich belohnt.
Auch von anderen Wanderern habe ich gehört, dass sie 2022 sehr viel Schmetterlinge gesehen haben. Trotzdem, auch Schmetterlinge gehören zu den bedrohten Lebewesen. Gehen wir bitte anständig mit der Natur um, damit wir auch in der Zukunft Schmetterlinge beobachten können.
Die Natur ist hier zuhause, wir Menschen sind nur zu Gast!
Der Aurorafalter
Manchmal gesehen, aber erst am 22. April 2023 fotografisch eingefangen (Hinterrebe, Asp)